Backup Paranoia und Sync Hell

Grundsätzlich war ich schon immer etwas paranoid, was die Sicherheit meiner Daten (meint in erster Linie Schutz vor Verlust und erst in zweiter Linie Verschlüsselung) betrifft. Seit ich bei mehreren Bekannten mal erfolgreich und mal weniger erfolgreich Datenrettungsfeuerwehr spielen musste, habe ich versucht, die Sicherung meiner eigenen Daten auf ein festes Fundament zu stellen.

Bevor ich zu meiner Lösung komme, muss ich noch ein paar Worte zu meinem EDV-Setup anbringen, dass naturgemäß den Lösungsweg beeinflusst hat:
  • Mein Hauptrechner ist ein MacBook Pro, auf dem sich alle Daten befinden, die ich im Kontext meiner Arbeit und privaten Tätigkeiten am Rechner nutze (ca. 15 GB). Außerdem liegt auf diesem Rechner meine Musikbibliothek (> 20 GB).
  • Daneben habe ich noch einen iMac und ein kleines MacBook Pro, an denen ich sporadisch arbeite. Dementsprechend sollten die Arbeitsdaten auf diesen Rechnern synchron gehalten werden sein.
  • Ein Ubuntu-basiertes Netbook für’s Arbeiten in der Bahn möchte auch synchron gehalten werden.
  • Auf einer externen Festplatte liegt meine Fotobibliothek (großteils im RAW-Format), zudem einige DVD-Rips und alle Videos, die ich gedreht und geschnitten habe (Rohmaterial + Endprodukte). Alles in allem etwa 200 GB.

Im Endeffekt ergibt sich so ein kombiniertes Backup- und Synchronisations-Problem, dass ich nach vielen Iterationen mit einer dreistufigen Lösung zu meiner Zufriedenheit gelöst habe:
  • Das tägliche Backup meiner Arbeitsdaten übernimmt Time Machine auf meinem Hauptrechner. Time Machine sichert dabei über WLAN auf einen alten Mac Mini mit externer Festplatte, der bei mir zuhause im Abstellraum steht (nebenbei dient der Mac Mini auch als Medienserver, dazu aber irgendwann separat mehr).
  • Meine gesamten Daten (also Arbeitsdaten + die Medien-Daten auf der externen Platte) sichere ich online via Backblaze weg. Lokale Lösungen (also weitere externe Festplatten) kommen wegen des damit verbundenen Aufwandes für mich nicht in Frage (vor allem die Sicherstellung eines räumlich entfernten Backup-Mediums wäre so mit erheblichem Aufwand verbunden). Backblaze kostet 50$ pro Jahr und erlaubt die Sicherung von beliebig vielen Daten auf deren Servern. Der Sicherungsclient arbeitet dabei im Hintergrund und sichert alle Änderungen auf der lokalen Platte sowie auf etwaig angeschlossenen externen Platten weg. Backblaze legt die Daten außerdem verschlüsselt ab, wobei der Key selbst festgelegt werden kann (nicht 100% optimal aber für mich akzeptabel). Alternativ hatte eine selbstgebastelte Lösung mit Amazon S3 Storage und Verschlüsselung am lokalen Rechner im Betrieb, die kam aber im Endeffekt teurer und war im Betrieb aufwändiger.
  • Bleibt noch das Synchronisations-Problem zwischen den insgesamt 4 Rechnern. Dazu verwende ich Unison und einen weiteren Rechner, der im Büro steht und als Hub für die n-Wege-Synchronisation dient. Unison ermöglicht eine extrem schnelle 2-Wege-Synchronisation über Plattformgrenzen hinweg und ist kostenlos. Alle meine Arbeitsrechner synchronisieren jeweils mit dem Hub-Rechner, auf dem dadurch immer eine Kopie meiner aktuellen Daten liegt.
  • Als letztes Sicherheitsnetz verwende ich noch einen 16 GB USB-Stick, auf dem eine mit TrueCrypt verschlüsselte Partition liegt, die ebenfalls alle meine Arbeitsdaten enthält. Die Synchronisation ist wiederum mit Unison gelöst. Der USB-Stick ermöglicht mir im Falle eines Hardwareausfalls an einem meiner Rechner schnell wieder operativ zu werden, da ich die Daten nicht wie in allen anderen Stufen entfernt liegen habe (und damit auf einen Netzzugang angewiesen bin), sondern diese lokal vorhanden sind und rasch wieder aufgespielt werden können.

So sieht meine Lösung aus. Von der grundlegenden Datensicherung merke ich nach dem Initalbackup nichts, auch die Synchronisation ist zu meiner Zufriedenheit gelöst. Lediglich die Vertraulichkeit meiner Daten bei Backblaze ist nicht 100% sichergestellt (bzw. liegt nicht in meiner Hand), dieses Risiko gehe ich aber zugunsten der nahtlosen Lösung, die keine Aufmerksamkeit meinerseits verlangt, ein.